Nordfriesland: Jugendberufsagentur: Beratung aus einer Hand

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(CIS-intern) – Am 3. März 2020 nimmt eine neue Anlaufstelle für junge Menschen den Betrieb auf: die Jugendberufsagentur in der Norderstraße Nr. 13 in Husum. Dort werden junge Leute bis 25 Jahre zu Fragen rund um Schule, Familie, Ausbildung und Beruf beraten.

In jedem Jahr verlassen immer noch viele Schülerinnen und Schüler die Schule ohne klare Perspektive. Allein in Nordfriesland erreichen rund acht Prozent der jährlich knapp 2.000 Schulabgänger keinen Schulabschluss. Andere finden trotz guter Konjunktur keinen Ausbildungsplatz oder brechen die begonnene Ausbildung ab.

Foto: Das Team hinter der Jugendberufsagentur: Daniel Thomsen, Michael Kwauka, Finn Brandt, Timo Goelling, Axel Scholz, Britta Lenz, Marco Schueller, Renate Fedde (v. l.). Foto: Volkert Bandixen / Presse Kreis Nordfriesland

In der Jugendberufsagentur arbeiten Fachleute des Kreises Nordfriesland und der Agentur für Arbeit. Ohne Behördencharakter und auf Augenhöhe suchen sie gemeinsam mit den Betroffenen nach Wegen, möglichst reibungslos von der Schule in das Berufsleben zu wechseln.

»Ohne Schulabschluss ist man auf dem Arbeitsmarkt praktisch chancenlos«, betont Landrat Florian Lorenzen. »Deshalb setzen wir noch während der Schulzeit an: Wir wollen alle Schulabgänger so vorbereiten, dass sie an ihrem letzten Schultag einen Schulabschluss und eine Lehrstelle oder einen Studienplatz in der Tasche haben. Dabei hilft die Jugendberufsagentur. Und wer es nicht in der Schulzeit geschafft hat, dem helfen wir auch gern noch danach.«

Nordfriesland steht nicht bei der Stunde Null: »Schon seit mehreren Jahren arbeiten unsere Bildungsinstitutionen vernetzt. Zusätzlich haben wir neue Maßnahmen zur Berufsorientierung schon während der Schulzeit ins Leben gerufen«, erklärt Schulrätin Britta Lenz. Schülerinnen und Schüler sollen bereits in den achten Klassen überlegen, welche Berufsfelder sie interessieren und dies auch bei den Schulpraktika berücksichtigen.

Die Beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland in Niebüll und Husum tragen mit ihrem breiten Bildungsangebot zur beruflichen Orientierung von Jugendlichen bei. »Doch auch wir erreichen nicht jeden. Daher sind wir glücklich, dass wir mit der Jugendberufsagentur nun eine Anlaufstelle bekommen, in der alle am Übergang Schule-Beruf beteiligten Institutionen unter einem Dach sitzen und die jungen Menschen sofort unterstützen können«, erläutern die Leiter der Berufsschulen, Finn Brandt und Michael Kwauka.

Daniel Thomsen, der Leiter des Fachbereiches Jugend, Familie und Bildung des Kreises, bestätigt den Nutzen gemeinsamer Beratungsräume: »Dadurch entsteht zwischen den verschiedenen Beratern ein Vertrauensverhältnis, das sich auch auf die Klienten überträgt. Durch die kurzen Wege werden sich sowohl die Schnelligkeit als auch die Qualität der Beratung verbessern.«

Markus Hoell, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Flensburg, ergänzt: »Unsere Berufsberater bieten seit Jahren in allgemeinbildenden und weiterführenden Schulen Beratungszeiten an, um gemeinsam mit den Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Dieses Angebot erbringen wir nun zusammen mit unseren Partnern auch in der Jugendberufsagentur am neuen Standort. Damit möchten wir auch diejenigen erreichen, die wir nicht in den Schulen antreffen.«

Mit dem Angebot soll auch dem Fachkräftemangel in der Region vorgebeugt werden. »Wir können es uns als Gesellschaft nicht erlauben, auch nur einen jungen Menschen zu verlieren«, unterstreicht Axel Scholz, der Leiter des Jobcenters NF. Seine Stellvertreterin, Renate Fedde, weiß aus Erfahrung, dass die Zielgruppe junger Menschen eine besondere Ansprache und eine enge, ganzheitliche Begleitung benötigt. »Die Jugendberufsagentur wird genau das leisten«, freut sie sich.

Die Agentur ist dienstags, mittwochs und donnerstags von zehn bis 17 Uhr durchgehend geöffnet. »Alle Interessierten sind uns willkommen – gern auch ohne Termin«, erklärt Timo Goelling. Als Koordinator der Jugendberufsagentur hat er die Bedürfnisse und Wünsche junger Menschen ernst genommen. Das zeigt sich auch in der Gestaltung der Räume. So wurden die modernen Möbel durch Upcycling in der Region gefertigt; ein Beispiel ist der aus Holzpaletten entstandene Tresen.

In der nächsten Zeit wird Goelling sich verstärkt bemühen, die neue Adresse bekannt zu machen. Im Internet (www.jba-nf.de) und auf Instagram (jba_nf) ist sie bereits vertreten. Passenderweise ist der direkte Nachbar zur Linken das Jugendzentrum BISS der Stadt Husum.

Teilhaber der Jugendberufsagentur sind die Beruflichen Schulen, das Jobcenter, die Jugendhilfe und das Schulamt des Kreises Nordfriesland sowie die Bundesagentur für Arbeit. Alle beteiligen sich finanziell und mit personellen Ressourcen an der Jugendberufsagentur. Das Land Schleswig-Holstein hat als Anschubfinanzierung 20.000 Euro bereitgestellt.

Interessierte können sich zu den Öffnungszeiten oder am Tag der offenen Tür am 5. Mai zwischen 14 und 17 Uhr über das Angebot der Agentur informieren.

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