Auf Pellworm und Föhr sollen Wiesenvögel stärker geschützt werden

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(CIS-intern) – KIEL. Auf Pellworm und Föhr starten zum 1. April Pilotprojekte, bei denen sich Landwirtinnen und Landwirte in ausgewählten Wiesenvogel-Hotspots dazu verpflichten sollen, während der Brutzeit von Wiesenvögeln auf Gänsevergrämung zu verzichten. Im Gegenzug werden die Angebote für Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen des „Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes“ (GWS) ausgeweitet.

Foto Copyright: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Umweltminister Jan Philipp Albrecht sagt dazu: „Die Natur an der Westküste bietet für Wiesenvögel einzigartige Bruträume. Um die häufig existenziell bedrohten Vogelarten zu schützen, müssen wir Wege finden, die landwirtschaftliche Nutzung mit der Brutzeit der Tiere zu vereinbaren. Die Gänsevergrämung soll im Pilotprojekt auf zusammenhängenden Flächen ausgesetzt werden, wodurch wir mehr Ruhe für die Wiesenvögel erwarten.“

Landwirtinnen und Landwirte können bisher im Rahmen des Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes die Nutzung von Einzelflächen freiwillig einschränken, wenn Wiesenvögel wie Uferschnepfe, Großer Brachvogel oder Kiebitz dort brüten. Auf diesen Wiesen sollen Verluste von Gelegen und Küken durch die Verschiebung von landwirtschaftlichen Arbeiten verhindert werden. Dieses ursprünglich in der Eider-Treene-Sorge-Niederung entwickelte Erfolgsmodell wird auch auf den Inseln Föhr und Pellworm seit einigen Jahren praktiziert. Landwirtinnen und Landwirte erhalten dabei bis zu 350 €/ha als Ausgleich. Beide Inseln haben eine hohe Bedeutung als Lebensraum für die teilweise stark gefährdeten Wiesenvögel. Im Jahr 2020 kam es jedoch im Zuge der intensiven Vergrämung von nordischen Gänsen, die in großer Zahl auf den Inseln Nahrung suchten und zum Teil erhebliche Fraßschäden verursachten, auch zu Störungen der Wiesenvogelbruten. Diese Gefahr besteht auch in diesem Jahr.

Um die Schwerpunkte des Wiesenvogelvorkommens vor diesen Störungen besser zu schützen, werden auf Pellworm und Föhr Pilotprojekte gestartet, mit denen in einem (Pellworm) oder zwei (Föhr) ausgesuchten „Wiesenvogel-Hotspots“ der GWS auf zusammenhängenden Flächen erfolgen soll. Nach einer Selbstverpflichtung der Landwirtinnen und Landwirte können sie unter Beachtung der „De-minimis“-Vorgaben der Europäischen Kommission, gegenüber dem klassischen GWS erweiterte Ausgleichszahlungen erhalten.

Voraussetzung für die Durchführung des Pilotprojektes ist, dass eine zusammenhängende Gesamtfläche von 50 ha je Hotspot entsteht. Neben einem verbesserten Wiesenvogelschutz sollen die Projekte Hinweise liefern, mit denen das Gänsemanagement des Landes in der neuen EU-Förderperiode ab 2023 weiterentwickelt werden kann.

Nähere Informationen zu diesen Projekten enthält das beigefügte Informationsschreiben, das auch unter www.schleswig-holstein.de/erweiterterGWS auf der Homepage des MELUND zu finden ist. Dort ist auch eine Karte der als Projektgebiete grundsätzlich geeigneten Hotspots zu finden.

Interessierte Landwirtinnen und Landwirte, die Flächen in den vorgeschlagenen Hotspots bewirtschaften, können sich kurzfristig bei den folgenden Kontakten melden, die die Projekte für das MELUND vor Ort koordinieren und konkrete Vereinbarungen mit den Landwirtinnen und Landwirten abschließen:

Föhr:

BUND – Inselgruppe Föhr                                    info@bund-foehr.de
Angela Ottmann

Pellworm:

Silke Backsen –                                           backsen@gmx.de

Verantwortlich für diesen Pressetext: Patrick Tiede, Julia Marre und Joschka Touré | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

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