Corona-Regeln: Behörden setzen Kontrollen in Nordfriesland fort

Add to Flipboard Magazine.
NF-Magazine

(CIS-intern) – Werden die durch die Pandemie-Gefahr erforderlichen Einschränkungen in Nordfriesland eingehalten? »Diese Frage bewegt die gesamte kommunale Familie in Nordfriesland«, weiß Landrat Florian Lorenzen. Deshalb haben die Polizei sowie die Ordnungsämter der Städte, Ämter und Gemeinden in den letzten Tagen Kontrollen durchgeführt.

Foto: Jörg Becker und Thorsten Kößler vom Ordnungsamt des Amtes Föhr-Amrum am leeren Fähranleger in Wyk auf Föhr (v. l.)

In einer Videokonferenz am Montag meldeten die Leitenden Verwaltungsbeamten der Ämter Viöl und Nordsee-Treene, Hans-Conrad Plöhn und Frank Feddersen, keine besonderen Vorkommnisse: In den ländlichen Bereichen war alles ruhig.

Ähnlich im Amt Südtondern, wo es zahlreiche Zweitwohnungen gibt und die Ordnungsbehörde seit eineinhalb Wochen deutliche Präsenz zeigt: »Die Menschen hier sind sehr rücksichtsvoll. Sie nehmen die Kontrollen überwiegend positiv auf«, stellt der neue Amtsdirektor Dr. Wolfgang Sappert fest.

Er kann nachvollziehen, wenn Zweitwohnungsbesitzer sich über die Osterfeiertage in ihr eigens dafür eingerichtetes Refugium zurückziehen wollen. Gestattet ist das jedoch nur Menschen, deren erster Wohnsitz in Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Steinburg, Dithmarschen oder in der Stadt Flensburg liegt und die eine Zweitwohnung auf dem nordfriesischen Festland einschließlich Nordstrand besitzen.

Rund 4.500 dieser Zusatzquartiere liegen auf Eiderstedt, insbesondere in St. Peter-Ording. Um gegenüber Unberechtigten ein deutliches Signal zu setzen, hat Amtsdirektor Herbert Lorenzen gemeinsam mit der Polizei am Wochenende eine Straßenkontrolle auf Eiderstedt organisiert. Verstöße wurden kaum festgestellt. »Wir haben allerdings immer wieder gemerkt, dass Auto-Kennzeichen kein Beweis für den Wohnort mehr sind. Wer umzieht, muss sein Auto zwar am neuen Wohnort anmelden, kann aber sein altes Kennzeichen behalten und so rund 50 Euro sparen.«

»In Nordfriesland sind 164.400 Fahrzeuge zugelassen, von denen fast 3.500 ein auswärtiges Kennzeichen haben«, bestätigt Landrat Lorenzen. »Es gibt also keinen Grund, allen Fahrzeugen ohne NF-Kennzeichen mit Misstrauen zu begegnen.«

Amtsdirektor Herbert Lorenzen lobt, wie diszipliniert sich die Menschen vor Ort verhalten. Angesichts der guten Wetteraussichten sieht er allerdings die Gefahr, dass viele von außerhalb doch noch zu Ostern anreisen wollen. Deshalb appelliert er mit seinem Kollegen Dr. Sappert an alle Reiselustigen: »Bitte bleiben Sie auch Ostern an Ihrem Hauptwohnsitz! Sobald wir die Krise überstanden haben und die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden, freuen wir uns, Sie wieder hier in Ihrer zweiten Heimat willkommen heißen zu können.«

Hinter dem Appell steckt ein handfester Grund: Auch wer symptomfrei ist, kann an Covid-19 erkrankt sein, ohne es zu wissen. Die medizinischen Kapazitäten in der Region reichen jedoch nicht aus, um zahlreiche Urlaubsgäste zusätzlich zur Wohnbevölkerung zu versorgen. Auch für sie gibt es die erforderliche Versorgung – aber an ihren Hauptwohnsitzen, nicht in den Urlaubsregionen. Deshalb gilt für die Inseln und Halligen weiterhin ein Betretungsverbot, das auch Zweitwohnungsbesitzer trifft.

Doch nicht überall halten Menschen sich an Beschränkungen. So wird der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht in jedem Supermarkt eingehalten. Eine Sylterin wurde massiv beleidigt, weil sie beim Einkaufen auf die Abstandsregel hinwies. In Wyk auf Föhr wurden vereinzelt Urlauber angetroffen, die durch die Kontrollen schlüpfen konnten.

Auf Sylt fielen zudem Privatvermieter auf, die Touristen mit ihren privaten NF-Fahrzeugen in Niebüll abholten und auf die Insel brachten. »Manche Sylter haben sogar zum Schein Arbeitsaufträge erstellt, damit Urlauber unter dem Deckmantel beruflicher Tätigkeit auf die Insel kommen können«, weiß der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel und mahnt: »Sowohl die Polizei als auch unser Ordnungsamt greifen konsequent durch, um unsere Gesundheit und unsere medizinischen Ressourcen zu schützen.«

Landrat Florian Lorenzen freut sich, dass Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen Ausnahmen darstellen: »Ich danke der großen Mehrheit aller Nordfriesen und auch der Gäste von außerhalb dafür, dass sie sich an die Regeln halten. Nur so kann die Ausbreitung der Pandemie verlangsamt und nur so können Leben gerettet werden.«

Amtsdirektor Christian Stemmer vom Amt Föhr-Amrum dankt den Polizeikräften und den Mitarbeitern der Ordnungsämter: »Sie tragen wesentlich dazu bei, dass eine Beruhigung vor Ort eintritt. Auch für das Gerechtigkeitsgefühl der einheimischen Bevölkerung ist es wichtig zu sehen, dass die Regeln überall befolgt und notfalls auch durchgesetzt werden.« Die Polizisten kontrollieren auch weiterhin regelmäßig die Reisenden am Sylt-Shuttle, an den Bahnhöfen in Niebüll und auf Sylt sowie in Dagebüll und am Hafen in Wyk auf Föhr.

Amtsdirektor Dr. Bernd Meyer vom Amt Mittleres Nordfriesland hebt das vorbildliche Zusammenspiel von Kreis-, Stadt- und Amtsverwaltungen hervor: »Auch in Zeiten von Corona können die Menschen sich darauf verlassen, dass die nordfriesischen Verwaltungen funktionieren und abgestimmt Schutzmaßnahmen ergreifen – selbstverständlich nur so lange, wie sie unbedingt notwendig sind. Deshalb werden alle Maßnahmen laufend gemeinsam auf den Prüfstand gestellt.«

Nächster Beitrag

Corona: Wo steht heute der Hähnchenwagen?

3.7 03 (CIS-intern) – Ja, auch diese bei Facebook sehr beliebte tägliche Frage ist nun wieder ab heute, d. 20. April 2020, völlig berechtigt. Imbisswagen dürfen nun wieder ihre Klappe öffnen. Müssen allerdings diverse Hygiene-Vorschriften einhalten, für Abstand vor der Verkaufsfläche sorgen und die Kunden darauf hinweisen, dass sie ihre […]