Nordfriesland: Am 6. Mai beginnt die Schule wieder – für viele Kinder, aber nicht für alle

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(CIS-intern) – Am Mittwoch, dem 6. Mai, geht die Schule wieder los – aber nur für Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschulen und der sechsten Klassen an den Gymnasien. Wer im nächsten Jahr seinen Schulabschluss macht, wird zwar nicht zum Unterricht, aber zu Beratungsstunden eingeladen.

Von einer Rückkehr zum gewohnten Schulalltag kann auch für die 4. und 6. Klassen noch keine Rede sein. „Das oberste Ziel bleibt es, die Gesundheit der Kinder und ihrer Familien nicht zu gefährden“, betont Dr. Heike Dorothea Hill, die Leiterin des amtsärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland.

Deshalb müssen die Kinder in der Schule die bekannten Hygieneregeln einhalten: regelmäßiges Händewaschen, nur in den Ellenbogen husten und niesen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu den anderen Kindern. „Das erleichtern wir durch eine Teilung der Klassen: Aus einer Klasse werden mehrere Lerngruppen“, erklärt Schulrätin Britta Lenz. Sind weniger Kinder im Raum, können sie weiter auseinander sitzen.

Das gleiche Prinzip gilt bei der Schülerbeförderung im Bus: Fast alle Linien fahren genauso wie an normalen Schultagen. Weil aber deutlich weniger Kinder an den Haltestellen stehen werden, soll jedes eine Sitzbank für sich allein bekommen. Da im Bus Masken getragen werden müssen, stehen die Eltern in der Pflicht, den Kleinen einen Mund-Nasen-Schutz mitzugeben. Gemeint sind keine FFP2-Masken aus dem Arbeitsschutz, sondern mehrlagige OP-Masken für den einmaligen Gebrauch oder die waschbaren Stoffmasken, die derzeit auch beim Einkaufen eingesetzt werden.

„Wichtig ist, dass die Kinder nicht wild miteinander toben, sondern im Bus und auch schon beim Warten an der Haltestelle Abstand halten“, sagt Dr. Hill. Sie und Britta Lenz appellieren an alle Eltern, dies zu unterstützen: „Die Mütter und Väter in den Gemeinden kennen sich ja untereinander und könnten sich absprechen. Es wäre in der Pandemie eine große Hilfe, wenn sie an den Haltestellen abwechselnd für die Einhaltung der Mindestabstände sorgen würden.“

Die gleiche Aufgabe übernehmen die Lehrkräfte der Schulen in den Pausen: Sie haben darauf zu achten, dass die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen können, ohne sich näher als 1,5 Meter zu kommen. „Das ist eine beachtliche Herausforderung“, weiß Britta Lenz. Bei den älteren Schülern, die in den letzten Tagen Klausuren geschrieben haben, hat es funktioniert: „Sie haben sich sehr diszipliniert verhalten“, hebt die Schulrätin hervor. „Hoffentlich bekommen die Kleineren es ähnlich gut hin.“

„Bei Einhaltung der Regeln ist das Busfahren für die Kinder gesundheitlich unbedenklich. Fahrgemeinschaften von Kindern aus zwei bis drei Familien in einem Privatwagen würden zu größerer Nähe führen. Davon kann ich aus medizinischer Sicht nur dringend abraten“, unterstreicht Amtsärztin Heike Hill.

Auch das „Eltern-Taxi“ sei keine gute Alternative zum Bus: Ein hohes Aufkommen gestresster Eltern, die mit dem PKW direkt vors Schultor fahren und flott wieder starten, gefährde die Kinder mehr als eine Fahrt im Bus und ein kurzer Fußweg.

Zu Beginn der ersten Stunde werden die Lehrkräfte nicht nur die Anwesenheit kontrollieren, sondern auch den Gesundheitszustand der Kinder abfragen. Auf keinen Fall darf ein Kind mit akuten Erkältungsbeschwerden wie Fieber oder Husten in die Schule geschickt werden. Hier sollten die Eltern das Kind zunächst zuhause betreuen und den Hausarzt einschalten. Wird ein Kind während des Unterrichts in der Schule krank, muss es sofort nach Hause gebracht oder anderweitig betreut werden, um eine Ansteckung der Klassenkameraden zu verhindern.

Nachdem die Landesregierung in dieser Woche die Regularien festgelegt hat, sind nun die Schulen am Zuge: Sie werden den Eltern ihrer Schüler am Montag und Dienstag nächster Woche mitteilen, wie die Schulpläne der nächsten Zeit aussehen. Jedes Kind der vierten beziehungsweise sechsten Klasse wird einen bis zwei Tage pro Woche in der Schule sein. An den übrigen Tagen gibt es wie bisher Lernangebote für zu Hause – mit Fernunterricht, regelmäßigen Telefonaten und Hausaufgaben.

Werden die Kinder die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten? Trägt der Unterricht auch unter Corona-Bedingungen zur Bildung und Entwicklung der Kinder bei? Bleiben die Neu-Infektionen auf dem jetzigen niedrigen Niveau? Von den Antworten auf diese Fragen hängt es ab, wann auch die Schüler der übrigen Klassenstufen wieder zumindest tageweise in die Schulen kommen dürfen.

„Die Entscheidung, wie es weitergeht, wird von der Landesregierung in Abstimmung mit den Beschlüssen der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin getroffen. Wann wir die nächste Stufe starten können, hängt dabei immer vom Infektionsgeschehen ab“, erklärt Britta Lenz.

„Die Lehrkräfte warten schon darauf: Auch für sie waren die letzten Wochen eine harte Zeit. Sie mussten oft improvisieren und haben für viele Probleme maßgeschneiderte Lösungen gefunden“, lobt die Schulrätin. Die Durststrecke sei noch nicht vorüber: „Die endet wohl erst, wenn es einen Impfstoff gibt. Doch bis dahin werden wir versuchen, uns dem normalen Schulalltag so weit wie möglich anzunähern.“

Falls das Anfang der Woche eintreffende Schreiben der Schule nicht alle Fragen beantwortet, sollten Eltern sich zunächst an die Schule selbst wenden. Auch die Fragen und Antworten des Bildungsministeriums im Internet unter https://ogy.de/wyeq helfen oft weiter. Daneben ist Schulrätin Britta Lenz per E-Mail unter corona@bimi.landsh.de und die Corona-Hotline des Kreises unter Tel. 0800 200 66 22 erreichbar.

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