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Madsen appelliert: „Zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der Marschbahn braucht allerhöchste Priorität“

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(CIS-intern) – Angesichts des maroden Zustands der Marschbahn zwischen Itzehoe (Kreis Steinburg) und Westerland auf Sylt hat Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen eindringlich an die Abgeordneten des Bundestags appelliert, dem Ausbau der Strecke allerhöchste Priorität einzuräumen, ihn finanziell abzusichern und damit massiv zu beschleunigen. „Wir haben im nördlichen Abschnitt zwischen Niebüll und Westerland mittlerweile einen Tiefpunkt erreicht, der nicht nur erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hat, sondern auch den sozialen Frieden in der Region tangiert. Wir können nicht länger zulassen, dass Ärztinnen, Krankenpfleger oder Lehrer nicht mehr zuverlässig zur Arbeit kommen oder Schulkinder wegen ausfallender Züge stundenlang in eisiger Kälte ausharren müssen“, sagte Madsen heute (6. März) in Berlin vor über 20 Abgeordneten des Bundestags sowie Insel-Vertretern.

 
Einziger Ausweg aus der Misere ist aus Sicht von Madsen neben der vollständigen Elektrifizierung der 173 Kilometer langen Strecke der bereits planerisch angeschobene zweigleisige Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll (Kreis Nordfriesland) sowie zwischen Morsum und Tinnum auf Sylt. Das Land Schleswig-Holstein sei hier bereits mit einem zweistelligen Millionenbetrag in Vorleistung gegangen, damit die Planungen ohne Verzögerung weiterlaufen können. „Zur kurzfristigen Stabilisierung der Verkehre brauchen wir aber auch deutlich mehr Engagement seitens der DB InfraGO in Form von Störfall-Konzepten, schnell verfügbaren Ersatzteilen, Kapazitätspuffern oder präventiver Instandhaltung“, so Madsen.
 
Wie der Minister weiter sagte, gehe es schon lange nicht mehr allein um die ruckelnde Erreichbarkeit von Sylt als touristischer Top-Destinationen Deutschlands. „Es geht darum, endlich die toxische Kombination aus museumsreifer Bahn-Technik und einer mit acht Zügen pro Stunde hoffnungslos überlasteten und größtenteils eingleisigen Strecke in den Griff zu bekommen.“ Betroffene würden zu recht von einem „Nahverkehrs-Desaster“ sprechen, wenn die Pünktlichkeit – wie zuletzt im Oktober – teils unter 40 Prozent liege und viele Züge wegen kaputter Loks, defekter Türsteuerungen oder Personalmangel einfach ausfielen. 
 
Madsen: „Auch wenn es zweifellos viele andere kritische Bahnstrecken in Deutschland gibt, muss im Bundestag wie im Bahntower endlich verstanden werden, dass Sylt ein Alleinstellungsmerkmal hat: Die Bahn ist die Nabelschnur der Insel und es gibt für die vielen tausend Pendlerinnen und Pendler keine Alternative. KeineDachdeckerin, kein Maurer oder Koch nimmt den Umweg über Dänemark und die Fähre nach List oder landet mit einem Privatjet auf der Insel.“ Die Landesregierung erhofft sich laut Madsen deshalb die Unterstützung der Abgeordneten in vier zentralen Punkten:
  • Der Bundestag müsse die Finanzierung des schätzungsweise 426 Millionen Euro teuren zweigleisigen Ausbaus verbindlich beschließen.
     
  • Der Ausbau müsse im Zielnetz 2035 des Bundesverkehrsministeriums zeitlich fixiert werden. Hintergrund ist unter anderem ein Gutachten zur Etappierung des Deutschlandtaktes, das den Ausbau der Strecke ursprünglich erst für die 2040er-Jahre vorgesehen und damit entlang der Westküste für erhebliche Empörung gesorgt hatte.
     
  • Der Ausbau müsse im sogenannten Infraplan des Bundesverkehrsministeriums, dem Arbeitsprogramm für die DB AG, ausdrücklich priorisiert werden.
     
  • Die Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten massiv beschleunigt werden.
Schleswig-Holstein hatte im Bundesrat vorgeschlagen, die Marschbahn in die Liste der besonders wichtigen Infrastrukturmaßnahmen aufzunehmen, bei denen Klagen nur in einer Instanz direkt vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt werden. Die Bundesregierung hat diesen Vorschlag inzwischen abgelehnt. „Die Begründung aus Berlin, es gebe keinen gravierenden Engpass, kann man den Menschen vor Ort nicht erklären“, sagte Madsen. Hier werde leider offensichtlich, dass beim Bund die massiven Probleme der Menschen an Westküste entweder nicht verstanden werden oder man sie absichtlich im Regen stehen lassen wolle.
 
Madsen erinnerte daran, dass er das Problem zusammen mit Ministerpräsident Daniel Günther bereits mehrfach beim DB-Vorstand platziert habe. Auch mit der neuen DB-Chefin Evelyn Palla sei Mitte April ein Treffen auf Sylt geplant, um konkrete Schritte zu vereinbaren. „Denn nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Bahn und Land kann das Nadelöhr nach Sylt wieder zu einer echten Lebensader aufgebohrt und die soziale wie wirtschaftliche Stabilität der Region gesichert werden“, so der Minister.
 
 
Verantwortlich für diesen Pressetext: Harald Haase | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus
Foto: Mario de Mattia
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