
(CIS-intern) – Der nordfriesische Landrat Florian Lorenzen ist zufrieden mit den Ergebnissen des Bahndialogs vom 21. April. Darin haben sich Bund, Land und die Deutsche Bahn AG auf Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Marschbahnstrecke zwischen Niebüll und Sylt geeinigt.
„Aus kommunaler Sicht hätte es nicht besser laufen können. Die Beteiligten auf allen Ebenen haben die außerordentliche Bedeutung der Strecke erkannt und eine Reihe echter Verbesserungen fest zugesagt“, betont Lorenzen. Am meisten freut er sich über die Zusage des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn, die eingleisigen Strecken Niebüll-Klanxbüll und Morsum-Tinnum ab etwa 2030 zweigleisig auszubauen, wenn der Bundestag die Legalplanung bestätigt. Das Land hat bereits angekündigt, die Finanzierung der nächsten Planungsphase dafür, wie bereits bei den Leistungsphasen 1 und 2, vorzustrecken, um Baurecht zu erreichen.
Sobald – voraussichtlich in zwei bis drei Jahren – das Baurecht vorliegt, kommt es noch einmal entscheidend auf den Bundestag an: Nur er kann die Finanzierung der eigentlichen Baumaßnahme sicherstellen.
„Nach der überaus positiven Diskussion dürfen wir sicherlich davon ausgehen, dass die unhaltbaren Zustände auf der Strecke durch neue Verfahren zur schnellen Behebung von Störungen bereits in den nächsten Monaten besser werden“, sagt die Sylter Bürgermeisterin Tina Haltermann. Spätestens ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sollen die Züge aufgrund eines weiteren, neu angeschafften Zuges sowie eines neuen, viertelstündigen Puffers im Fahrplan spürbar pünktlicher fahren. Kommen heute rund 78 Prozent der Züge pünktlich in Niebüll an, sollen es danach bis zu 96 sein. In Westerland soll die Pünktlichkeitsrate von rund 59 auf bis zu 84 Prozent steigen.
Die rund 5000 täglichen Berufspendler, die Einheimischen, die Sylter Unternehmen und die Urlaubsgäste erhalten nach Einschätzung Tina Haltermanns und Florian Lorenzens nun eine ungewohnt positive Perspektive: Stück für Stück werden die Pünktlichkeit und die Servicequalität der Bahn zwischen Niebüll und Sylt deutlich zunehmen. „Das Optimum wird natürlich erst mit dem Abschluss des zweigleisigen Ausbaus sowie der Elektrifizierung erreicht“, ist den beiden klar.
Die von Bahn, Bund und Land zugesagten Maßnahmen unterteilen sich in drei Kategorien: Kurzfristig sollen das Störfallkonzept und der Puffer im Fahrplan umgesetzt und ein zusätzlicher Zug beschafft werden. Mittelfristig – hier bis Februar 2028 – werden 144 Millionen Euro in die Leit- und Sicherungstechnik investiert und anschließend der zweigleisige Ausbau umgesetzt. Als langfristiges Ziel kommt die vollständige Elektrifizierung der Marschbahn hinzu.
„All diese Maßnahmen sollen sich ergänzen und möglichst nahtlos ineinander übergehen“, berichtet Kreispräsident Frank Zahel aus dem Bahndialog. Als Sylter ist auch er auf die Bahn angewiesen, um etwa zu Sitzungen aufs Festland zu kommen. „Wenn alles so klappt, wie die Verantwortlichen es nun geplant haben, wird der Staat seiner Verpflichtung zur Daseinsvorsorge endlich vollständig gerecht werden. Hoffen wir das Beste!“, sagt er.
Foto: Syltpress / Wolfgang Barth




