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5G-Campuszellen: Sichere Kommunikation bei Sturmflut und Krisen auch wenn das normale Mobilfunknetz ausfällt

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(CIS-intern) – Schleswig-Holstein hat heute (am 06. März) am Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) in Husum ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter startete das Netz im Leitstand des Krisenstabes des LKN.SH und markierte damit einen wichtigen Schritt für den digitalen Katastrophenschutz des Landes. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen miteinander kommunizieren und Einsätze koordinieren können – selbst dann, wenn das öffentliche Mobilfunknetz ausfällt. Schleswig-Holstein ist damit eines der ersten Bundesländer, das solche Netze gezielt zum Schutz der Bevölkerung und kritischer Infrastrukturen einsetzt.

„Die schwere Sturmflut an der Ostseeküste oder auch das Ahrhochwasser haben uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, im Krisenfall schnell, zuverlässig und souverän agieren zu können. Die Vorbereitung auf Katastrophensituationen machen es in diesem Zusammenhang zwingend erforderlich, dass wir noch intensiver daran arbeiten, unsere Kommunikationsinfrastrukturen resilient aufzustellen. Wenn die normale Kommunikation ausfällt, müssen wir als Landesregierung sicherstellen, dass insbesondere unsere kritische Infrastruktur funktionsfähig ist – und das tun wir mit diesem wichtigen Projekt“, sagte Minister Schrödter. „Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme unserer eigenen 5G-Campuszellen haben wir einen wichtigen Meilenstein für unsere Einsatzkräfte erreicht und zeigen, dass wir Sicherheit vorausschauend gestalten.“

Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden in Zusammenarbeit mit Dataport an insgesamt fünf Standorten in Schleswig-Holstein lokale 5G-Campusnetze aufgebaut und über eine zentrale Vermittlung (5G Core) über das Landesnetz miteinander verbunden. Das LKN in Husum ist einer der fünf Standorte, an denen 5G-Campusnetze aufgebaut wurden. Weitere Standorte sind in Kiel (2), Boostedt und Eutin. Zusätzlich steht eine mobile 5G-Zelle für den flexiblen Einsatz bei Großlagen zur Verfügung. Diese geschlossenen Netze sind unabhängig vom öffentlichen Mobilfunk und bleiben auch bei großflächigen Ausfällen funktionsfähig. Sie ermöglichen Polizei, Feuerwehr und weiteren Behörden eine sichere Kommunikation in Notlagen und tragen dazu bei, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Johan Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, erklärte: „Mit dem Aufbau der 5G-Campusnetze haben wir eine hochmoderne, resiliente Infrastruktur geschaffen, die Verwaltungen auch im Ernstfall handlungsfähig hält. Die Netze sind speziell gehärtet und ermöglichen eine sichere, unabhängige Kommunikation sowie den Zugriff auf wichtige Fachverfahren und Daten.“

Bei der Inbetriebnahme in Husum wurde unter anderem mit einem Anruf aus der 5G-Campuszelle vor Ort ins Innenministerium nach Kiel demonstriert, wie das neue Netz die Einsatzfähigkeit des LKN auch im Krisenfall sicherstellt. Sollte beispielsweise eine schwere Sturmflut die Infrastruktur beschädigen und das öffentliche Mobilfunknetz ausfallen, bleibt das 5G-Campusnetz auch in diesem Notfall weiterhin nutzbar. So kann der Küstenschutz wichtige Daten wie Pegelstände abrufen, Lagebilder versenden, Einsätze koordinieren und die Bevölkerung informieren – ein entscheidender Beitrag für die Sicherheit an der Küste.

Darüber hinaus ermöglicht die 5G-Infrastruktur beim LKN weitere Anwendungen: Messdaten, die auf See von den Schiffen des LKN erhoben werden, können künftig direkt von der Hafenmole über 5G-Modems auf die Server-Systeme übertragen werden. Auch beim Schutz kritischer Infrastrukturen, etwa durch Videoüberwachung, kommt die Technik zum Einsatz

Fabian Lücht, Stabsleiter im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH), betonte: „Dank dieser Technik haben wir auch dann Zugriff auf unsere Pegeldaten, wenn das Telefonnetz und die Internetverbindung ausfallen. So behalten wir bei einer Sturmflut immer den Überblick über die aktuellen Wasserstände und können abschätzen, wie sie sich entwickeln wird. Mit der 5G-Campuszelle sind wir jederzeit sprachfähig. Es gibt uns ein gutes Gefühl, im Notfall ein solches Sicherheitsnetz zu haben.“

Die 5G-Campusnetze in Schleswig-Holstein sind ein zentraler Baustein für digitale Souveränität und Krisenprävention. Sie ermöglichen im Ernstfall sichere und zuverlässige Kommunikation, unabhängige Datenerfassung und -übertragung sowie den Zugriff auf Fachverfahren und Daten im BSI-zertifizierten Rechenzentrum von Dataport. Damit bleibt die Einsatzfähigkeit und Koordination der Behörden auch bei Ausfall der öffentlichen Netze gewährleistet.

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