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Nordsee-Inselhopping per Fahrrad

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Die nordfriesische Insel- und Halligwelt ist einzigartig und abwechslungsreich – kleine, weltenferne Halligen und mondäne Seebäder gibt es, Trauminseln mit endlosen Stränden und weites, wildes Watt. Jeder einzelne Ort ist gewiss einen eigenen Urlaub wert, aber zusammen erlebt ist es eine ganz besondere Reise. Insel- und Hallig-Hopping also fern vom Festland. Zum Beispiel von Nordstrand, der „Insel an Land“, einmal quer durch und zum krönenden Abschluss wartet die Königin der Nordsee; Sylt. Mit dem Schiff natürlich; und mit dem Fahrrad! Denn das geht gut – und los geht’s:

Foto: Mario De Mattia

Von Strucklahnungshörn/Nordstrand bedient die „Adler-Express“ der Reederei Adler-Schiffe zum Beispiel die Strecke über Hallig Hooge und Amrum nach Sylt. Fahrräder können nach Voranmeldung bis zu einer bestimmten Anzahl mitgenommen werden. Von Nordstrand nimmt die Fähre der NPDG Fahrräder mit rüber nach Pellworm. Von Hallig Hooge ist es möglich, mit der W.D.R. sein Fahrrad mit auf die benachbarte Hallig Langeneß zu nehmen (und wieder zurück oder ans Festland). Von Amrum fährt ebenfalls die W.D.R. nach Föhr (und wieder zurück oder ans Festland). Von List auf Sylt gibt es eine Fährverbindung zur dänischen Insel Röm, von dort ans Festland. Radfahrer, die zwischendurch zu- oder aussteigen wollen, wählen die Häfen Schlüttsiel und Dagebüll.

Vom Bahnhof in Husum geht die Tour gemütlich über den Straßendamm nach Nordstrand, schon bald weht einem die frische Nordseeluft um die Nase, Schafe begleiten den Radfahrer auf/am Deich weiter nach West. Auf oder hinter dem Deich ist der kleine Hafen von Strucklahnungshörn bald erreicht. Einfach nur Durchfahren, dafür ist Nordstrand viel zu schade – sei es für einen Stopp für Kaffee und Kuchen oder ein selbstgemachtes Sanddorneis auf dem „Pharisäerhof“. Gemütliche Einkehr im Gastgarten unter Bäumen oder stilvolles Aufwärmen am Kamin.

Dort lockt ganz klar auch das geistige Getränk an der Nordseeküste schlechthin, denn dort soll er schließlich erfunden worden sein – der „Pharisäer“, der Kaffee mit Sahne und Schuss. Oder man schließt sich ab Badestelle Fuhlehörn einer geführten Wattwanderung an – beispielsweise zur kleinen Hallig Südfall. www.nordstrand.de

Kaum eine halbe Stunde nach dem Ablegen macht die Fähre schon auf Pellworm fest, auf der langen Straße mitten im Meer erreicht man schließlich die grüne Insel. Schon entschleunigt? Es geht gewiss nicht nur wegen Westwind ein paar Takte langsamer voran. Man hat doch Zeit! Und Muße, passt sich dem Rhythmus hier draußen an. Schon von Weitem, von See her schon, ist der Leuchtturm von Pellworm zu sehen; wer zur passenden Zeit kommt, kann hinaufsteigen und einen sehr weiten Blick über die Insel und das Wattenmeer genießen – und sich fragen: Wohin jetzt? Vielleicht erkennt man, ganz im Westen der Insel, eine wuchtige Turmruine. Es die der Alten Kirche; ein uraltes Gotteshaus mit Freibeuter-Geschichte und unbedingt einen Stopp wert. Auch hier gibt es eine schöne Badestelle. Wer über Nacht auf der Insel bleibt, kann in der „Lüttschool“ so stilvoll und hervorragend nach Anmeldung frühstücken wie wohl kaum irgendwo sonst, Gaumenfreuden und Gartenlust genießen oder Leckeres im Laden kaufen. Die super Fischbrötchen unten am Hafen in Tammensiel, Pellworms „City“, im „Leos Fisch- und Grillimbiss“ sind allemal einen Stopp wert. Nordsee-Genuss mit Blick auf die Fischkutter. www.pellworm.de

Zurück in Strucklahnungshörn wartet schon die „Adler-Express“ und nun beginnt die kleine Kreuzfahrt. Steuerbords zieht das Festland vorbei, die Hamburger Hallig und Hallig Gröde, dann erreicht das Schiff den kleinen Anleger der Hallig Hooge. Die Häuser stehen auf kleinen Wohnhügeln, den Warften. Bald steht die schöne Hooger Kirche auf der Kirchwarft. Und auf der nächsten, der Hanswarft, mit den Gaststuben, dem sehenswerten Museum, dem kleinen Kaufmannsladen ist dies der Halligmittelpunkt. Und hier ist auch die Schutzstation Wattenmeer. Vielleicht ergibt es sich, an einer der Exkursionen teilzunehmen – zum Beispiel ins Watt, in die Salzwiesen oder auf die große Sandbank draußen in der Nordsee. Und auch hier gilt wie anderswo – bleiben Sie über Nacht. Denn wenn die Halligbewohner und die wenigen Übernachtungsgäste unter sich sind, senkt sich eine unglaubliche Stille über die Hallig. Und wer dann mit dem Rad über das Eiland fährt fühlt sich so frei wie der Wind. www.hooge.de

Die kleine Fähre der W.D.R. setzt über auf die Nachbarhallig Langeneß, die größte und bevölkerungsreichste der Halligen. Die Hallig Langeneß ist lang und hier braucht man sein Fahrrad, um sie zu erkunden. Sehenswert auf jeden Fall das „Kapitän-Tadsen-Museum“ auf der Ketelswarf; spannende Einblicke in das Hallig-Leben früher Tage und ein Stopp, der sich lohnt. Ganz am östlichen Ende der Hallig ist der Lorenbahnhof, vielleicht sieht man eines der seltsamen Gefährte kommen, wie es über die Gleise rumpelt. Damit haben die Halligbewohner Festlandsanschluss. In der Nähe steht der Turm um Vögel zu beobachten. Die Schutzstation Wattenmeer liegt auf der Peterswarf, auch hier werden Exkursionen angeboten. Zum Beispiel zur Vogelbeobachtung, was während des Vogelzugs ein besonderes Schauspiel ist. Übrigens: Wer sich vom strammen Westwind schieben lässt, sollte für den Rückweg die dreifache Fahrtzeit einplanen – sonst ist das Schiff weg. www.langeness.de

Zurück über Hooge geht es mit der „Adler Express“ weiter nach Amrum. Hinter Wittdün führt der Radweg durch den Wald. Linkerhand liegt der Dünengürtel, der Amrum vor den Sturmfluten schützt. Stolz ragt der Leuchtturm in den Himmel und auch von hier oben hat man einen spektakulären Blick, auf die Nordsee und die Insel. Ein paar Dünen-Durchgänge, Fahrrad hier abstellen, führen an den Strand – der Kniepsand erstreckt sich fast bis zum Horizont und gehört zu den größten Stränden Europas. Vielleicht genießt man eine Stärkung in der Gastronomie oder man mietet sich schnell einen Strandkorb und genießt im Sand und mit Blick auf die See – Nordsee-Feeling pur! Über Norddorf geht es an der Wattseite zurück in den schönen Ort Nebel, der mit seinen reetgedeckten Häusern, der Kirche und den prächtigen Blumen des Spätsommers und Herbstes romantisch ist. www.amrum.de  

Zwischen Wittdün und Wyk auf Föhr verkehren die Fähren der W.D.R. mehrmals täglich und in einer knappen Stunde ist man auf der familienfreundlichen, grünen Insel Föhr. Vom Hafen in Wyk führt der stille Weg in das Friesendorf-Idyll Nieblum, auch hier überragt die Kirche die Reetdachhäuser, die diesem Ort seinen einzigartigen Charme geben. Nicht nur die Cafés laden zur Rast, sondern der Ort samt historischem Friedhof sind einen Spaziergang wert. Und weiter? Föhr ist auch eine bäuerlich geprägte Insel – und in manch einem Hofladen oder bei einem Produzenten kann man sich für seine Radtour lecker verpflegen – mit Marmelade, frischen Brötchen, mit Käse aus Alkersum oder Oevenum. Bei Dunsum gibt es auf „Hinrichsen´s Familien Farm“ auch hervorragende, 100%ig handgemachte Hamburger mit selbstzubereiteten Zutaten. Und am Abend? Mit einer Flasche Wein aus Föhr, es gibt hier einen Weinberg, und Käse auf den Deich radeln oder zum Strand und zusehen, wie die Sonne im Meer versinkt. www.foehr.de

Zurück in Wittdün auf Amrum geht es erneut auf die „Adler-Express“. Die Fahrt von Amrum nach Hörnum im Süden von Sylt ist, was die Schiffspassagen angeht, sicher der Höhepunkt der Rundreise. Es gibt, je nach Wasserstand, zwei Routen: die außen rum um Amrum und die zwischen Föhr und Amrum. Beide bieten ein unvergessliches Erlebnis; den Blick auf Amrum und man hat entweder die Sicht auf die offene See oder den ins Wattenmeer mit Föhr im Hintergrund. Der Leuchtturm von Hörnum kommt näher. Vom Hafen führt die Route auf der stillgelegten Strecke der Inselbahn durch die Dünen; das Wattenmeer glitzert, und auf der Meerseite lockt nicht nur die Nordsee mit gut 40 Kilometer Strand, sondern auch mit den legendären Strandbars wie „Sansibar“ oder „Samoa Seepferdchen“. Das Rad abgestellt, die Füße im Sand und ein Drink mit Blick auf die See. In Höhe Westerland muss man sich entscheiden, wie diese Reise aufhören soll: Entweder man radelt in den stillen, schönen Inselosten mit seiner dörflichen Romantik und steigt in Morsum in den Zug gen Festland. Oder es geht ganz nach oben, vorbei an der Heide, abermals durch die Dünen und schließlich stellt man sein Rad unter dem Leuchtturm auf dem Ellenbogen ab, geht durch die Dünen an den einsamen Strand – und steht am nördlichsten Punkt Deutschlands. Angekommen; mit dem Rad und dem Schiff. www.sylt.de  

Tipps und Informationen

– Die beschriebenen Strecken sind untereinander kombinierbar. Die „Adler Express“ hat nur eine begrenzte Kapazität was die Mitnahme von Fahrrädern angeht – eine vorherige Reservierung ist also nötig. Weitere Informationen und Fahrpläne 0 46 51 – 98 70 888 oder unter www.adler-schiffe.de . Für die anderen Fährstrecken sollten/müssen Radfahrer-Gruppen sich anmelden www.faehre.de (W.D.R. für Amrum, Föhr, Hooge und Langeneß), www.faehre-pellworm.de (NPDG, Pellworm), www.syltfaehre.de (List/Röm).

– Weitere Tourentipps und Radreiseangebote finden sich in der kostenlosen Broschüre „nordsee Radfahren“, die über die Internetseite www.nordseetourismus.de oder telefonisch unter der Tel. 04841-89750 bestellbar ist.

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