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Sichtbare Sprachenvielfalt in Nordfriesland

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Aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter haben sie eventuell schon entdeckt, die zwei Meter hohen Buchstaben-Installationen, die seit kurzem an zwei Stellen in Nordfriesland aus dem Boden herauszuragen scheinen. Vor dem Nordfriesland Museum. Nissenhaus in Husum findet man das Wort „krüsch“ (wählerisch in Bezug auf Essen), auf dem Deichtorplatz an der Dagebüll Mole ist „Flenerk“, das friesische Wort für Schmetterling, zu lesen. Es sind zwei von insgesamt acht Wörtern, die im deutsch-dänischen Grenzgebiet aufgestellt wurden. Bis zum Ende der diesjährigen deutsch-dänischen Kulturwoche (16. – 22. September) laden sie zum Fotografieren ein und machen gleichzeitig auf die einzigartige sprachliche Vielfalt der Region aufmerksam.

 

Genau diese sollte mit dem Wortwettbewerb der Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig gewürdigt werden. Gesucht waren im Februar und März dieses Jahres Lieblingswörter – auf Dänisch, Deutsch, Plattdeutsch, Friesisch und Sønderjysk. Über 2.000 Menschen nahmen an dem Aufruf teil und reichten ihre Vorschläge ein. Eine Jury aus Sprachexpertinnen und -experten wählte schließlich acht Gewinnerwörter aus.

 

Sechs davon wurden von Privatpersonen eingereicht:

  • Suutje – Lass‘ es ruhig angehen (Plattdeutsch),
  • Pyt! – Macht nichts! (Dänisch),
  • Krüsch (Deutsch),
  • Glant – gemütlich (Sønderjysk),
  • Latje batje – ein kleines bisschen (Friesisch) und
  • Ackewars – Aufwand (Plattdeutsch).

 

Die Wörter flutscht (Deutsch) und Flenerk (Friesisch) reichten Schulklassen ein – Letzteres eine Klasse der Grundschule Föhr-Land, die sich schon auf den Besuch ihres Lieblingswortes freut.

 

Darüber hinaus erhielten die folgenden Wörter eine besondere Anerkennung der Jury:

  • Vigeliensch – schlau, pfiffig (Plattdeutsch),
  • Søjde – du Süße (Sønderjysk),
  • Trivsel – Wohlbefinden (Dänisch),
  • Luschern (Deutsch),
  • Schapptüüch – die feinsten Kleider im Schrank (Plattdeutsch) und
  • Wjarselwin – Wirbelwind (Friesisch).

 

Da die Gewinnwörter mehrfach eingereicht wurden, wurden die Gewinnerinnen und Gewinner schließlich per Auslosung ausgewählt und direkt kontaktiert.

 

Auf der Website www.kultur-wort.de finden Interessierte weitere Informationen über alle Standorte der acht Buchstabeninstallationen im deutsch-dänischen Grenzgebiet.

Zum Auswahlprozess:

 

Bei der Auswahl der Gewinnerwörter achtete die Jury besonders auf die Häufigkeit der Einreichungen, den täglichen Gebrauch des Wortes, seine Verankerung in der Sprache, seine Repräsentativität für die Region und seine Besonderheit in den jeweiligen Sprachen.

 

In diesem Zusammenhang entschied sie, dass Wörter wie „Moin” und „Hygge” trotz häufiger Einreichungen nicht in die Auswahl aufgenommen werden sollten, da sie in der Sprachlandschaft der Region bereits stark vertreten sind und häufig in Marketingkontexten verwendet werden. Stattdessen wollte die Jury ein breiteres Bild der historisch verwurzelten Sprachen der Grenzregion zeigen.

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