Valeska Greve: Neue Leiterin des Sozialzentrums Husum und Umland

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(CIS-intern) – „Die Arbeit macht Spaß, die Kolleginnen und Kollegen sind offen und mit Freude dabei – mehr kann man sich kaum wünschen“, sagt Valeska Greve. Sie hat am 1. Oktober 2021 die Leitung des Sozialzentrums Husum und Umland übernommen. Vorher arbeitete sie im Husumer Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk, zuletzt als Abteilungsleiterin, an Themen wie der beruflichen Orientierung oder der Umschulung. „Das war eine ideale Vorbereitung auf meine jetzige Aufgabe“, erklärt die Sozialpädagogin und Arbeits- und Organisationspsychologin.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Arbeitsvermittlung im Jobcenter, das zum Sozialzentrum gehört, zählt sie die Sozialraumorientierung. „Mit dieser Strategie orientieren wir uns an den Wünschen und dem Willen unserer Klientinnen und Klienten. Wir vereinbaren Ziele mit ihnen und unterstützen sie dabei, sie auch zu erreichen“, fasst die Chefin das Vorgehen ihrer 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen.

Der Leiter des Jobcenters Nordfriesland, Axel Scholz, koordiniert die Zusammenarbeit der sieben nordfriesischen Sozialzentren untereinander und mit der Kreisverwaltung. „Frau Greve und ich ticken ähnlich – das erleichtert das tägliche Miteinander ganz enorm“, freut er sich und unterstreicht, dass alle Jobcenter in Nordfriesland bereits seit 2012 sozialraumorientiert arbeiten. „Dazu gehören enge Verbindungen zum Jugendamt und zur Schuldnerberatung, denn viele Langarbeitslose benötigen auch in diesen Bereichen Unterstützung“, weiß er.

Auch im Raum Husum haben viele Langzeitarbeitslose psychische und körperliche Einschränkungen, manche leiden an Suchterkrankungen. „Wenn Geist und Körper unterfordert sind, weil jemand keine Arbeit hat, fördert das die Entstehung von Krankheiten“, berichtet Valeska Greve. Bei Betroffenen setzen sie und ihr Team auf langfristig angelegte Strategien, um Menschen in Arbeit zu bringen – beginnend etwa mit einfachen Tätigkeiten wie der Pflege eines Schrebergartens in einer Gruppe. Wer sich an eine feste Tagesstruktur gewöhnt habe, könne als nächstes an Qualifizierungsmaßnahmen denken, bevor am Ende hoffentlich die Vermittlung in den Arbeitsmarkt stehe.

Die Husumer Fallmanager, die im „Team Jugendliche“ tätig sind, melden einen hohen Bedarf an Azubis, insbesondere in den Bereichen Pflege, Hotel und Gastronomie sowie Verkauf. Das Interesse der jungen Leute richtet sich ihrer Beobachtung nach jedoch eher auf Ausbildungen im medizinischen Bereich – und viele entscheiden sich für einen weiteren Schulbesuch, um einen höheren Schulabschluss anzustreben.

Der Ausbildungsmarkt steht auch Menschen mit Migrationshintergrund offen. „Ausbildung und Arbeit sind die beste Integrationsmaßnahme“, ist Valeska Greve sicher. Wer kein Muttersprachler ist, hat es jedoch naturgegeben schwerer. Deshalb arbeitet das Jobcenter eng mit der Husumer Jugendberufsagentur zusammen, um den jungen Migranten den Weg in Ausbildung zu erleichtern. „Da gibt es bereits eine ganze Reihe von Erfolgsgeschichten, und wir arbeiten darauf hin, dass immer neue hinzukommen“, sagt Greve.

Dankbar saugt der Arbeitsmarkt auch erwachsene Migrantinnen und Migranten auf, die keinen Ausbildungsplatz suchen. So arbeitet ein aus Kirgistan Geflüchteter nach zwei Sprachkursen und einer sechsmonatigen Qualifizierungsmaßnahme nun als Schweißer. Ein Syrer machte einen Lehrgang als Busfahrer und arbeitet jetzt, zwei Jahre nach seiner Ankunft, in diesem Mangelberuf. Und eine Ärztin aus Bulgarien arbeitete eine Weile in der Gastronomie, um die Sprache zu lernen, und wurde gleichzeitig vom Jobcenter darin unterstützt, ihre Approbation zu erreichen. Bereits ein Jahr nach ihrer Ankunft stieg sie in eine niedergelassene Praxis ein.

„Gerade bei den Migranten verzeichnen wir immer mehr Erfolgsgeschichten. Das macht uns auch Mut, wenn wir uns nun um unsere Ukraine-Flüchtlinge kümmern“, berichtet Valeska Greve.

Seit dem 1. Juni sind sie und das „Team Migration“ ihres Fallmanagements für 176 erwerbsfähige Personen aus der Ukraine zuständig.

Noch läuft das Profiling, also die Bestandsaufnahme: Ausbildung, Berufserfahrung, Wünsche und Ziele, Vermittlungshemmnisse und vieles mehr werden abgefragt, Sprachkurse werden organisiert. Aber auch hier wurden bereits erste Arbeitsverträge abgeschlossen, etwa in einem Wachdienst und einem Produktionsbetrieb.

Insgesamt kümmert sich das Sozialzentrum Husum und Umland um 1.990 Bedarfsgemeinschaften, zu denen 1.817 erwerbsfähige langzeitarbeitslose Personen, aber auch 1.290 Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren gehören. Trotz der Ukraine-Krise sinken die Zahlen. Die häufigsten Gründe für den Rückgang liegen in einer Arbeitsaufnahme, einem Wegzug sowie in erhöhten Einkünften der sogenannten Aufstockenden. Auch die Zahl derjenigen, die längerfristig Leistungen beziehen, ging gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent zurück. Des Weiteren betreut das Sozialzentrum im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes und der „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit“ 659 Fälle. Hinzu kommt die Auszahlung von Wohngeld an zurzeit 486 Haushalte in Husum und Umland.

Die sieben Sozialzentren arbeiten zwar nach Vorgaben des Kreises, haben aber auch Spielräume, um maßgeschneidert auf die Bedingungen vor Ort eingehen zu können. Zur Husumer „Kundschaft“ gehören besonders viele Alleinerziehende sowie 25-34-Jährige. Deshalb haben Valeska Greve und ihr Team bei ihrem Arbeitsmarktprogramm eine Maßnahme für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund konzipiert, bei der die Kinderbetreuung gesichert ist. Alleinerziehenden wird zunehmend eine Ausbildung in Teilzeit angeboten. Die 25-34-Jährigen ohne Ausbildung wiederum können oft mit Hilfe einer (Teil-)Qualifizierung für den Arbeitsmarkt fitgemacht werden.

Nach ihren Zielen für die nächste Zeit befragt, muss Valeska Greve nicht lange überlegen: Sie möchte möglichst viele Unternehmen und Arbeitgeber in Husum und Umland persönlich kennenlernen. Im direkten Austausch komme man am schnellsten auf Ideen für eine engere Zusammenarbeit. Greve: „Uns allen im Sozialzentrum und Jobcenter ist bewusst, dass wir die Funktion eines Dienstleisters in zwei Richtungen haben: Wir sehen sowohl unsere Klienten als auch die Wirtschaft als unsere Kunden an. Unser Auftrag ist es, beide so zusammenzubringen, dass alle Beteiligten langfristig zufrieden sind.“

Foto: Kreis Nordfriesland

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