
(CIS-intern) – Zwei ehemalige Materiallager in Nordfriesland werden umfassend neu aufgebaut
Ladelund/Bargum. Die Bundeswehr treibt die Reaktivierung ihrer ehemaligen Materiallager in Ladelund und Bargum im Kreis Nordfriesland weiter voran. Für beide Standorte sind zusammen rund 815 Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen die seit Jahren nicht mehr genutzten Anlagen grundlegend erneuert und zu modernen Logistikstandorten ausgebaut werden.
Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr hat die aktuellen Planungen, Zeitabläufe und Kosten für die beiden Projekte bestätigt.
Abriss und Neubau in Ladelund
In Ladelund sollen die Arbeiten noch 2026 beginnen. Den Auftakt bildet der vollständige Rückbau der alten, seit 2017 leerstehenden Armeebestandshallen. Auch alte, teilweise asbestbelastete Bunker müssen aufwendig beseitigt werden. Gleichzeitig werden die noch erforderlichen umweltrechtlichen Voraussetzungen für das Gesamtprojekt geschaffen.
Nach den derzeitigen Planungen soll das neue Materiallager 2029 wieder in Betrieb gehen. Die dafür veranschlagten Investitionen liegen bei rund 465 Millionen Euro.
Auf dem Gelände soll dabei weitgehend eine neue Infrastruktur entstehen. Geplant sind moderne Hallenkomplexe, automatisierte Lagersysteme, Werkstätten und Bürobereiche. Hinzu kommen eigene Anlagen für die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas.
Bargum folgt ab 2028
In Bargum ist der Baubeginn für 2028 vorgesehen. Damit liegt das Projekt zeitlich etwa zwei Jahre hinter Ladelund. Nach einer voraussichtlich rund vierjährigen Bauphase soll das neue Depot 2032 in Betrieb gehen.
Für den Standort sind derzeit rund 350 Millionen Euro eingeplant.
Auch in Bargum steht nicht lediglich eine Sanierung der vorhandenen Anlagen an. Vielmehr soll die Infrastruktur umfassend neu aufgebaut und an die heutigen Anforderungen der Bundeswehr angepasst werden.
Kosten deutlich höher als frühere Schätzungen
Mit insgesamt rund 815 Millionen Euro fallen die aktuellen Kosten erheblich höher aus als frühere Schätzungen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der umfangreiche Neubau, der nach dem jahrelangen Leerstand notwendig geworden ist.
Neben dem Abriss alter Gebäude und der aufwendigen Beseitigung von Altlasten und asbestbelasteten Bauteilen schlagen vor allem die umfangreiche technische Ausstattung und die moderne Infrastruktur zu Buche. In den veranschlagten Summen sind zudem Kosten für Umweltmaßnahmen, Planung sowie finanzielle Reserven für unvorhergesehene Entwicklungen und mögliche Preissteigerungen enthalten.
Damit entstehen in Nordfriesland zwei militärische Standorte, die technisch deutlich moderner ausgestattet sein sollen als die früheren Lageranlagen.
Welche Güter dort künftig lagern, bleibt geheim
Welche konkreten Güter oder möglicherweise Waffensysteme künftig in Ladelund und Bargum eingelagert werden sollen, veröffentlicht die Bundeswehr aus Gründen der militärischen Sicherheit weiterhin nicht.
Fest steht allerdings, dass die beiden Projekte auch für den Arbeitsmarkt in der Region Bedeutung haben. Durch die Reaktivierung des Standorts Ladelund sollen voraussichtlich rund 80 neue Dienstposten entstehen. Für Bargum werden etwa 60 bis 65 zusätzliche Dienstposten erwartet.
Mit den beiden Großprojekten erhält die Bundeswehr damit nicht nur zwei modernisierte Lagerstandorte, sondern baut zugleich ihre logistischen Kapazitäten in Nordfriesland deutlich aus. Während in Ladelund bereits in diesem Jahr die ersten sichtbaren Abrissarbeiten beginnen sollen, steht in Bargum zunächst noch die weitere Planung bis zum vorgesehenen Baustart 2028 im Mittelpunkt.



