Equal Care Day in Nordfriesland: Wertschätzung für Sorgearbeit jetzt!

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(CIS-intern) – Kreisarbeitsgemeinschaft der kommunalen hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten zum Equal Care Day am 1. März 2021

 „Die Dethematisierung ist eine erfolgreiche Strategie. Unbezahlte Arbeit bleibt auch jetzt, in der Extremsituation der Pandemie, da die Belastung ins Absurde steigt, das private Problem der Frauen.“ (Elisabeth Raether in: Frauen, seid dankbar! zeit-online vom 17.05.2020)

Wertschätzung für Sorgearbeit jetzt!

Foto: von Sabine van Erp auf Pixabay

 Die Pandemie hat es uns im Jahr 2020 und immer noch „jungen“ Jahr 2021 noch einmal verdeutlicht, dass Sorgearbeit viel Verantwortung für geringe Wertschätzung bedeutet, denn:

„Wer ist für die Sorgearbeit überwiegend in unserer Gesellschaft zuständig? Wer trägt die Hauptlast in besonderen Lebenssituationen? Für Kinderpflege? Home Schooling? Bis hin zu allen sog. Haushaltsnahen Dienstleistungen und auch „Fürsorge für die ältere Generation“?

Der Equal Care Day, der grundsätzlich auf den 29. Februar festgelegt wurde – am Schalttag, um die Wichtigkeit der Themenkreise aufzuzeigen- soll dies auch verdeutlichen. Es ist ein gutes Datum, denn wir übersehen diesen besonderen Tag ja gerne einmal und so werden auch die vielfältigen Arbeits- und Tätigkeitsfelder der zu 80 Prozent von Frauen übernommenen Sorgearbeit auch gerne einmal übersehen oder wenigstens als „Selbstverständlichkeit“ hingenommen.

In diesem Jahr – in Ermangelung des 29. Februar – wird der Aktionstag „Equal Care Day“ am 1. März öffentlichkeitswirksam begleitet.

Spannend nehmen wir als Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Nordfriesland von Nord nach Süd dabei die statistische Equal Care-Auswertung zur Kenntnis, dass Männer viermal so lange brauchen, bis sie dieselbe Menge an Care-Arbeit geleistet haben wie sie die Frauen auch 2021 noch leisten.

Care-Arbeit, so stellen die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Nordfriesland – Andrea Dunker (Gemeinde Sylt), Kirsten Schöttler-Martin (Amt Nordsee-Treene), Gudrun Arndt (Amt Eiderstedt), Simone Ehler (Kreis Nordfriesland), Christine Friedrichsen (Amt Mittleres Nordfriesland), Britta Rudolph (Stadt Husum) und Sylke von Kamlah-Emmermann (Amt Südtondern) fest, ist nach wie vor ein offensichtlich von der Gesellschaft klar definiertes Arbeitsfeld von Frauen. Gesellschaftlich dominieren fest etablierte Rollenklischees, die sich in unserer Gesellschaft halten und die Stereotype verstetigen, statt sie aufzubrechen und auch im Mehrwert an alle Geschlechter gleichermaßen zu knüpfen.

Als besonders fatal empfinden es die Gleichstellungsbeauftragten, dass die sog. Care-Arbeit auch keinen Eingang findet in Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Wertschöpfungsanalysen, die überall eine Auswertung erfahren, nur nicht im Hinblick auf Care- und damit Sorgearbeit in allen Bereichen.

Das muss uns als Gleichstellungsbeauftragte betroffen machen und macht es auch. Deshalb unterstützen die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Nordfriesland den Equal Care-Aktionstag mit einem Aufruf zum Mitmachen bei der Kampagne „Equal Care Day“ und fordern mit dieser Presseerklärung alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich mit dem Thema Care in unserer Gesellschaft konkret auseinanderzusetzen und für diese Thematik „Pflöcke“ einzuschlagen.

Wann, wenn nicht in dieser Zeit der Pandemie, würde sich besser aufzeigen lassen, was Frauen leisten und wie wichtig all diese Faktoren für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sind?

Care-Arbeit bedeutet ein weites Spektrum an Verantwortung und Arbeit, beginnend von der Geburtshilfe über die komplette Bandbreite der Erziehungs- und Betreuungsberufe, der Kranken- und Altenpflege bis hin zu der vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit mit unterschiedlichsten sozialen Schwerpunkten, die tatsächlich überwiegend Frauen leisten und initiieren und immer mit neuen Impulsen für alle Altersgruppen ebenso versehen wie die Arbeit im Haushalt mit kompletter Familienbetreuung von Heranwachsenden bis zu Pflegebedürftigen und zur Palliativ- und Sterbebegleitung, die dann mit der Grabpflege endet.

Es kommen neben den Geschlechterrollen, die stereotyp wahrgenommen werden, ganz konkret der Pay- und Renten-Gap in der konkreten Auswirkung zum Tragen. Monetäre Auswirkungen, – beispielsweise konkrete Altersarmut –, die niemals aufgeholt werden können und die dann der „Dank der Gesellschaft“ für lebenslanges Engagement in der Sorgearbeit sind.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises planen für das Jahr 2022 anlässlich des nächsten Equal Care Days konkrete Aktionen über den Landkreis verteilt.

Aus bekannten Gründen bleibt in diesem Jahr nur die Möglichkeit, mit diesem Presseaufruf auf die Problematik und den Equal Care Day aufmerksam zu machen. Ganz im Sinne von:

„Wie geht Wertschätzung? Klatschen reicht nicht!“ Frauen sind einsame Spitze in der Sorgearbeit – aber Sorgearbeit ist Teamarbeit und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur mit Teamgeist gelingen kann!

Wertschätzung von Care-Arbeit darf in ihrer allumfänglichen Thematik nicht länger ein Lippenbekenntnis bleiben, so die Gleichstellungsbeauftragten im Statement abschließend.

Nähere Informationen auch unter: www.klischeesc.de und unter www.equalcare.de

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