Corona-Testungen und Quarantäne im Kreis Nordfriesland: So funktioniert es

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(CIS-intern) – Viele Nordfriesen möchten sich gern auf das Coronavirus testen lassen. »Die Labore kommen jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb kann nicht jeder Interessierte getestet werden. Das ist aber auch gar nicht immer notwendig«, erklärt die Leiterin des nordfriesischen Kreisgesundheitsamtes, Dr. Antje Petersen.

Foto: von fernando zhiminaicela auf Pixabay

Wer wird getestet?
Deutschlandweit werden grundsätzlich nur Personen getestet, die grippeähnliche Symptome haben und in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatten.

Risikopatienten mit Erkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislauf- oder des Immunsystems und Atemwegsbeschwerden sollten mit ihrem Hausarzt telefonisch besprechen, ob ein Test sinnvoll ist.
Bei Pflegepersonal und Ärzten gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen – hier wird unter bestimmten Voraussetzungen engmaschiger getestet.

Wer führt den Test durch?
Abstriche zur Testung nehmen in Nordfriesland sowohl Hausärzte als auch Ärzte vor, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) damit beauftragt wurden. Oft werden die Patienten an speziell eingerichtete Corona-Ambulanzen der KV verwiesen.

»Ich bitte um Verständnis dafür, dass Patienten auf gar keinen Fall ohne klare Absprache in eine Praxis kommen dürfen. Alle Termine sind telefonisch zu vereinbaren«, mahnt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

In den Kreis-Kliniken in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr finden keine Tests statt.

Wer übermittelt das Testergebnis?
Die stark ausgelasteten Labore senden das Testergebnis oft erst nach zwei bis fünf Tagen an den beauftragenden Arzt. Positive Ergebnisse werden zusätzlich dem Gesundheitsamt mitgeteilt, von negativen hingegen erfährt es oft nichts. »Viele rufen trotzdem bei uns an. Aber wir können sie nur an den Arzt verweisen, der den Test in Auftrag gegeben hat«, betont Dr. Petersen.

Was ist Quarantäne?
Quarantäne ist eine vorübergehende Isolierung von Personen, die eine ansteckende Krankheit haben oder bei denen ein solcher Verdacht besteht. Sie kann in einer Klinik oder als »häusliche Absonderung« auch zuhause vollzogen werden.

In Zeiten des Coronavirus können Gesundheitsämter eine häusliche Absonderung empfehlen oder anordnen. Die Anordnung erfolgt mündlich und wird anschließend schriftlich bestätigt.

Wer muss in Quarantäne?
Bei an Covid-19 Erkrankten sowie bei Personen, die einen intensiven Kontakt zu diesen hatten, wird eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Gleiches gilt für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Das heißt, zu Hause zu bleiben und zwei Meter Abstand zu Angehörigen zu halten. »Zudem soll eine gute Händehygiene eingehalten werden, nach Möglichkeit nicht gemeinsam gegessen und nicht gemeinsam aus einem Glas getrunken werden. Zahnbürsten und Handtücher sollten nicht gemeinsam genutzt werden«, erläutert Dr. Antje Petersen. Auch ein Mund- Nasenschutz könne sinnvoll sein. Bei jedem Nordfriesen in behördlich angeordneter Quarantäne erkundigt sich das Gesundheitsamt ein- bis zweimal täglich nach seinem Befinden.

Wem wird eine freiwillige Quarantäne empfohlen?
Personen, die getestet wurden, aber nicht in einem Risikogebiet waren und keinen Kontakt zu einem Erkrankten hatten, wird dringend empfohlen, bis zum Erhalt des Testergebnisses aus freien Stücken in häuslicher Absonderung zu bleiben.

Auch bei vielen Nicht-Risikogebieten besteht Unsicherheit über die Ansteckungsgefahr vor Ort. Daher rät das Bundesgesundheitsministerium generell allen Einreisenden, freiwillig 14 Tage lang zuhause zu bleiben.

Menschen, die lediglich Kontakt zu einer symptomfreien Kontaktperson hatten (»Kontakt zum Kontakt«), gelten nicht als gefährdet. Bei ihnen werden weder Test noch Quarantäne angeordnet. »Man geht davon aus, dass sie nicht genügend Viren aufgenommen haben, um Dritte anzustecken«, unterstreicht Dr. Antje Petersen.

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