Corona und der Wunsch nach Zweisamkeit: Wie die Pandemie das Dating verändert hat

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(CIS-intern) – Man weiß erst was man hatte, wenn man es verloren hat. So abgedroschen diese Redewendung auch klingen mag, so viel Wahrheit beinhaltet sie. Das Social Distancing hat uns gezeigt, dass etwas Selbstverständliches plötzlich nicht mehr möglich ist. Der Wunsch nach Zweisamkeit steigt und das Social Media ist der Treffpunkt schlechthin. Doch wie soll man damit glücklich werden?

Dating-Apps erleben einen Boom

Seit 20 Monaten tragen wir Masken, halten Abstand und hoffen darauf, irgendwann wieder ein normales Leben führen zu können. Während es früher völlig normal war, Freitag- oder Samstagabend in den Club zu gehen, um dort zu flirten und neue Leuten kennenzulernen, treten wir uns seit geraumer Zeit nur noch als virtuelle Präsenz in Erscheinung. Dass die Pandemie unser Liebes- und Beziehungsleben maßgeblich beeinflusst, ist offensichtlich. Laut SEMrush, einer Online-Visibility-Management-Plattform, ist die Dating-App-Nachfrage deutlich gestiegen. Im Monat wird 62 Mal häufiger danach gegoogelt. Tinder gibt an, dass die Anfragen um 56 Prozent im Monat gestiegen sind.

Wir hatten in den Sommermonaten 2020 einen sehr untypischen Zuwachs an Mitgliedern“, so Olav Brunssen, Betreiber der kostenlosen norddeutschen Partnerbörse Verliebt-im-Norden.de

Dieser wirtschaftliche Boom betrifft jedoch nicht alle Anbieter von Dating-Plattformen. Bei Lovoo handelt es sich um eine Dating-App, welche sich kaum von Tinder unterscheidet und dennoch ein Minus von vier Prozent zu verzeichnen hat.

Die Kennenlernphase wird weniger oberflächlich gestaltet

Während sich einige User lediglich die Zeit auf Dating-Plattformen vertreiben, nutzen andere die Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen. Zumindest virtuell. Kontaktverbote und Abstandsregelungen haben uns gezeigt, wie wichtig uns das zwischenmenschliche Miteinander ist. Das sorgt auch dafür, dass virtuelle Gespräche intensiver werden. Während es vor der Pandemie eher oberflächlich auf Laovoo, Badoo, Tinder & Co. zuging, werden Gespräche jetzt intensiviert. Das nächtelange Durchquatschen ist inzwischen gern gesehen. Es wird nicht mehr nur geswipt, sondern auch mal “hinter die Kulissen” geschaut. Der Chatpartner wird nicht nur gefragt, welche Musik er gern hört, sondern auch warum er diese mag. Da wird auch gern mal zum Telefon gewechselt, um sich kennenzulernen. Es werden alle Kommunikationswege genutzt, bevor es zum Treffen kommt.

Die Nähe zu anderen Menschen fehlt

Gerade das bevorstehende Fest der Liebe dürfte in vielen Menschen den Wunsch wecken, die kalte Jahreszeit gemeinsam zu verbringen. Die sich ständig ändernden Regeln führen allerdings zu Frust und sorgen sogar dafür, dass sich die Nation spaltet: In geimpft und nicht geimpft. Der Lockdown hat dafür gesorgt, dass sich viele Menschen einsam fühlen. Das betrifft vor allem ältere Menschen im Seniorenheim. Dort gibt es sogar die Möglichkeit, einen sexuellen Begleiter zu beauftragen. Wer es sich leisten kann, bucht einen sogenannten Sexualbegleiter, um ein paar schöne Stunden gemeinsam zu verbringen. Selbst das fällt im Zuge der Pandemie weg, weshalb Rentner im Seniorenwohnheim wohl besonders unter dem Kontaktverbot leiden dürften.

Wie die steigende Lust befriedigt werden kann

Vielen Singles bleibt gar nichts anderes übrig, als sich dem Online Dating zu widmen, egal ob man nun ein Fischkopf oder Pottsingle ist. Auch, wenn die Meinung darüber vor der Pandemie noch eine andere gewesen ist. So ist sie jtzt doch die beste Möglichkeit, um andere Menschen kennenzulernen. Menschen, die sich ebenfalls einsam fühlen und denen der zweite Lockdown ebenfalls auf’s Gemüt schlägt. Ob man sich dort tatsächlich alle 11 Sekunden verliebt, ist coronaunabhängig. Denn beim virtuellen Flirten kann so einiges schiefgehen. Auch ohne Virus. Im Gegensatz zum echten Date, agiert man im Internet deutlich offener und intimer. Dort fällt es leichter, sich ungezwungen über Hoffnungen und Wünsche auszutauschen. Lippenbekenntnisse, die beim ersten Date im Restaurant eher nicht zur Sprache kommen würden. Sich mit einem fremden Menschen auszutauschen, ohne sich dabei gegenüber zu sitzen, sorgt dafür, dass auch die Lust steigt. Die Lust das Fremde zu erkunden, die Lust eine Beziehung aufzubauen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten, die Lust auf Nähe und auch die Lust auf Sex.

Sexspielzeug hat Hochkonjuktur

Da wundert es nicht, dass auch die Anbieter von Sexspielzeugen einen regelrechten Boom erleben dürfen. Schon zu Beginn der Krise gab es einen Anstieg für Kondome und Sexspielzeug. Im Frühjahr berichteten die Erotik-Sepzialisten Orion und Amorelie von einer steigenden Nachfrage. Die Plattform eis.de musste deshalb sogar eine größere Logistik ins Leben rufen. Die Pandemie bedeutet für viele Menschen, sich wieder mehr mit dem eigenen Körper zu beschäftigen.

Foto oben und mitte: pixabay.com / Kranich17

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